Pluspunkt, Heiko Häußel und Volker Schmalfuß

Eine Bergwanderung mit der Schulklasse muss frühzeitig und sorgfältig vorbereitet werden, damit sie allen Beteiligten in guter Erinnerung bleibt.

Wandern liegt im Trend. Das Wandern im Natur- und Erlebnisraum „Bergwelt“ vermag auch Schulklassen erlebnispädagogische Lernwelten zu eröffnen, in denen Kinder und Jugendliche nachhaltige Eindrücke sammeln können. Neue Blickwinkel können sich dem einzelnen Schüler, aber auch einer ganzen Klassengemeinschaft hinsichtlich der persönlichen Leistungsfähigkeit, der Kameradschaft und des sozialen Zusammenhaltes einer Gruppe auftun. Eine gute gesunde Schule öffnet ihre Türen, ermöglicht gerade in der heutigen Zeit den Heranwachsenden Lernchancen außerhalb der Schule und bindet sie in die Planung eines solchen Bergwandertages ein. Sie kann hier Beteiligte zu Akteuren eines gelingenden Schullebens machen. Die Chance, die in einem solchen Unternehmen liegt, darf aber nicht dazu verführen, das Schulerlebnis „Bergwelt“ mit der Welt des Schulalltags gleichzusetzen beziehungsweise zu verwechseln.

Der Weg ist das Ziel

Deshalb darf sich die verantwortliche Lehrkraft bei der Durchführung einer Bergwanderung im Rahmen einer schulischen Veranstaltung [1] im Vorfeld nicht nur mit der Einhaltung allgemeiner pädagogischer Regeln des Zusammenseins befassen. Ebenso muss sie alle notwendigen sicherheitsrelevanten Überlegungen anstellen, um den pädagogischen Prozess einer solchen Unternehmung zu unterstützen, damit diese rundum gelingt und nicht mit Unfällen und unangenehmen Erfahrungen verbunden ist. Beim Bergwandern werden je nach Höhe unterschiedliche Klimazonen begangen und dabei zum Teil anstrengende Wege zwischen bewohnten Gebieten, Berghütten und Aussichtspunkten erwandert. Dabei ist exponiertes und felsiges Gelände weit oberhalb der Baumgrenze insbesondere mit Schulklassen zu meiden. Um den passenden Wanderweg für eine Klasse zu finden, informiert sich die Lehrkraft frühzeitig, bringt eigene Wandererfahrung mit ein oder holt den Rat eines örtlichen Bergführers ein. Kriterien bei der Planung eines geeigneten Wanderweges sind: Reizvolle Rastplätze (Wasserfälle, Aussichtspunkte u. Ä.), griffger Untergrund des Weges mit schattenspendenden Waldpassagen gegen die Nachmittagssonne, Unterstell- (bei Gewitter) und Einkehrmöglichkeiten (zur Ergänzung der Trinkvorräte).

Schlechtes Wetter?

Falsche Ausrüstung!

Die Lehrkraft kümmert sich um den Wetterbericht. Dennoch besteht auch dann nicht letzte Gewissheit, weil es gerade in den Bergen zu Wetterumschwüngen kommen kann. Optimalen Schutz vor Hitze und Kälte bietet Funktionskleidung; sie hält Wind und Nässe fern, leitet übermäßige Wärme und Schweiß ab und schützt vor der intensiven Sonneneinstrahlung. Geeignetes, festes Schuhwerk mit gutem Profil erhöht die Trittsicherheit und gibt dem Fuß die nötige Stabilität. Joggingschuhe sind aus unfallpräventiver Sicht ungeeignet: Allzu leicht können Schüler auf Steinen, Ästen oder Wurzeln umknicken und sich so verletzen, dass ein Weiterwandern unmöglich wird. Erforderlich ist auch ein Rucksack, in dem die Schüler ausreichend Proviant und vor allem Wasser mitnehmen. Darüber hinaus empfehlen sich Sonnenschutzcreme, Sonnenbrille und Kappe, aber auch Kleidung zum Wechseln. Zusätzlich befinden sich im Rucksack der Lehrkraft Taschenlampe, Höhenmesser (zeigt auch drohenden Wettersturz an), Reepschnüre, Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke, Handy (aufgeladen und mit eingespeicherten Notrufnummern). Wanderkarte, Kompass oder gar GPS System ergänzen die Ausrüstung.

... zum Ziel kommen

Um sicher ans Ziel zu gelangen, wird eine Schulklasse von der Lehrkraft und einer Begleitperson (am Ende der Gruppe) geführt. Während der gesamten Bergwanderung geht die Lehrkraft voraus und bestimmt das Wandertempo. Sie achtet zu Beginn darauf, dass alle Schülerinnen und Schüler – gerade auch die unerfahrenen – einen guten Tritt und eine passende Steig-geschwindigkeit finden. Rechtzeitige Pausen (Trinkpausen und Erholungs-pausen) helfen, die Motivation und Stimmung in der Schülergruppe zu erhalten. Während des Wanderns über-prüft die Lehrkraft immer wieder die Vollzähligkeit. An heißen Tagen achtet sie auf das Tragen des Sonnenschutzes. Während des Gehens tragen alle dafür Sorge, dass keine Steine losgetreten oder Pflanzen und Pilze am Wegrand zertreten werden. In jedem Fall muss die Bergwanderung vor Einbruch der Dunkelheit beendet sein.

Selbstverständlich genießen Schüler bei Bergwanderungen im Rahmen von schulischen Veranstaltungen den 

gesetzlichen Schutz der Unfallversicherung.

Fußnoten:

[1] Beachten Sie bitte die länderspezifischen Regelungen in Kultusministeriellen Bekanntmachungen/Verwaltungsvorschriften zur Durchführung und Organisation von Wandertagen/schulischen Veranstaltungen

Weitere Informationen:

Wertvolle Informationen für die Vorbereitung auch einer Bergwanderung enthält die Broschüre „Mit der Schulklasse sicher unterwegs“ (GUV – SI 8047).

Eine Checkliste der Autoren sowie eine Auflistung wichtiger Anschriften und Rufnummern ist unter www.pluspunkt-online.de oder hier aufrufbar.